Aktuelle Forschungsergebnisse der GBG auf dem DGS-Kongress 2026 vorgestellt
Als Poster wurden neue Ergebnisse aus zwei klinisch relevanten Forschungsprojekten zur Behandlung von Brustkrebs präsentiert.
Prof. Dr. Christiane Matuschek stellte die erste Sicherheitsanalyse der NeoRad-Studie (GBG116) vor. Die randomisierte Phase-III-Studie untersucht bei insgesamt 1.826 Patientinnen mit invasivem Mammakarzinom, ob eine präoperative Strahlentherapie sicher als Alternative zur etablierten postoperativen Bestrahlung eingesetzt werden kann. Im Fokus der ersten Interimsanalyse standen postoperative Wundheilungsstörungen. Die bisher ausgewerteten Daten zeigten keine relevanten Sicherheitssignale und unterstützen die weitere Durchführung der Studie.
Ein besonderes Highlight war die Auszeichnung eines Posters von PD Dr. Mattea Reinisch mit dem Posterpreis der DGS 2026. Die präsentierte prospektive Substudie der NSABP B-59/GBG-96-GeparDouze-Studie untersuchte erstmals den Einfluss einer Immuncheckpoint-Inhibition auf die ovarielle Funktion und Fertilität bei jungen Patientinnen mit frühem triple-negativem Mammakarzinom. Die Ergebnisse deuten auf numerisch höhere Raten einer chemotherapieinduzierten Ovarialinsuffizienz unter zusätzlicher Atezolizumab-Therapie hin. Obwohl die Unterschiede statistisch nicht signifikant waren, unterstreichen die Daten die Bedeutung weiterer Forschung zu Fertilität und Langzeitfolgen moderner Immuntherapien.
Beide Arbeiten verdeutlichen den hohen Stellenwert translationaler und patientinnenzentrierter Forschung für die Weiterentwicklung individualisierter Therapieansätze beim Mammakarzinom.
